Interview: “Grüne Wirtschaft ist kein Luxus, sondern unausweichlich”

Das offene Konzept der Denkfabrik kommt gut an: es wurden Workshops wurden vorgeschlagen, bewertet und diskutiert. Der Kreisverband Bielefeld hat sogar eine eigene Projektgruppe zur Denkfabrik ins Leben gerufen. Wir sprachen mit ihrem Koordinator Dominic Hallau über sein Engagement und seine Wünsche an  die Denkfabrik.

 

Du hast mit deinem Kreisverband eine eigene Projektgruppe für die grüne Denkfabrik gegründet. Was hat euch dazu bewogen?

Wir haben im KV verschiedene Anstrengungen unternommen, um die aktive Teilnahme an grüner Politik auch für neue Mitglieder interessanter zu machen oder alte Mitglieder wieder zur aktiven Teilnahme zu überzeugen. Dazu gehörte auch eine Reaktivierung von Arbeits- und Projektgruppen, die im langen Wahlkampfmarathon leider eingeschlafen sind. Unsere Geschäftsführerin Marianne Weiß hatte dann in einer Vorstandssitzung die Idee, eine Projektgruppe zur Grünen Denkfabrik zu machen. Da ich sowieso an der Denkfabrik teilnehmen wollte, habe ich daraufhin die Koordination der Projektgruppe übernommen.

 

Euer Workshop „Dasselbe in Grün: Warum wir eine bessere Wirtschaft brauchen“ hat es ins Programm geschafft. Wie entstand die Idee zu diesem Thema?

Die Idee dazu hatte unser Gruppenmitglied Franziska Richter. Während unserer Treffen haben wir stets zu Beginn jeden Teilnehmer Ideen für Workshops vorstellen lassen. In der Gruppe wurden sie dann diskutiert und ein Workshopvorschlag ausgearbeitet. Neben dem Wirtschaftsthema hatten wir auch noch Ideen wie z.B. das Thema “Fahrrad”, “Klientelpolitik” und “Nachhaltiger Lebenstil”. Wir freuen uns nun aber sehr, dass mit unserem wirtschaftspolitischem Workshop ein Thema aufgegriffen wird, dass in der Breite der Bevölkerung sicherlich noch nicht als urgrünes Thema besetzt ist.

 

Warum ist es aus deiner Sicht notwendig, über das nicht urtypisch grüne Thema Wirtschaft zu diskutieren?

Ich habe den Eindruck, dass “grüne” Wirtschaft immer noch für viele ein Bereich ist, den man sich “leisten können” muss. Anders kann ich mir z.B. nicht erklären, warum beim Thema Energiewende andere politische Kräfte den Wiederaufschwung von Kohlekraftwerken forcieren, wenn die Atomkraft weg fällt. Kredite sitzen lockerer, wenn der Wirtschaftsplan in kurzer Zeit schwarze Zahlen verspricht – völlig unabhängig auf wessen Kosten das letztendlich geschieht. Für mich ist das kein Weg, den wir weitergehen können. Grüne Wirtschaft ist kein Luxus, sondern unausweichlich, wenn wir unsere ökologischen und auch sozialen Ziele erreichen wollen und die Politik muss hier Anreize finden und setzen, um auch die Unternehmen zu erreichen, die diesen Weg nicht allein aus persönlicher Überzeugung gehen wollen oder können. Deswegen finde ich es gut und richtig, dass wir die Wirtschaft in der Denkfabrik nicht außen vor lassen.

 

Welche Wünsche und Erwartungen hast du an die Denkfabrik am und nach dem 15. Oktober?

Ich wünsche mir natürlich zunächst einmal, dass unser Workshop gut ankommt und eine interessante Diskussion sich daraus entwickelt. Darüber hinaus freue ich mich, viele bekannte und neue Gesichter zu sehen. Ich erwarte von der Denkfabrik keine Musterlösung für unsere derzeitigen Probleme, aber ich hoffe sehr, dass wir aus Bonn etwas für unser politisches Handeln auf allen Ebenen mitnehmen können und das Modell der Denkfabrik ein regelmäßiger Termin im grünen Kalender wird.

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