Gastbeitrag: Die Wiederaneignung des Sozialen

Von Prof. Dr. Stephan Lessenich, Institut für Soziologie – FSU Jena

Seit nunmehr drei Jahrzehnten schreitet die Vermarktlichung immer weiterer gesellschaftlicher Lebensbereiche stetig voran, und immer wieder, selbst noch im Angesicht der jüngsten Finanzkrise, werden bei allfälligen Erschütterungen des „liberalen“ Kapitalismus nicht etwa die unbestechlich urteilenden Märkte, Anteilseigner und Investoren, sondern die ungeschickt agierende öffentliche Hand bzw. die überalimentierten und unterengagierten Arbeitnehmer/innen, Erwerbslosen, Migrant/innen, Rentner/innen (usw.) als soziale Problemquelle ausgemacht. Wie wäre, unter diesen historischen Voraussetzungen, eine „gerechte Gesellschaft“ zu bestimmen – und wie müsste der Weg dorthin aussehen?

Eine neue Form von Wohlfahrtsstaatlichkeit

Es müsste dabei wohl zuallererst um die gesellschaftspolitische Wiederaneignung des Sozialen gehen: darum, den unter neoliberaler Ägide verloren gegangenen Sinn für die Gesellschaftlichkeit des Lebens zurückzugewinnen. Und es gälte, dieses wiedergewonnene gesellschaftliche Wissen in eine politische Neugestaltung der sozialen Bedingungen unserer je „individuellen“ Existenz zu übersetzen, ohne schlicht den Sozialstaat alter Prägung wiederbeleben zu wollen. Gefragt ist eine neue Form von Wohlfahrtsstaatlichkeit, die sich bürger- und menschenrechtlich begründet, auf die politische Garantie vergleichbarer gesellschaftlicher Lebenschancen zielt und dabei auf die sozialpolitische Normierung von privaten Lebensführungsmustern so weit wie möglich verzichtet.

5 Kommentare
  1. Sehr geehrter Herr Prof. Lessenich,

    gerne würde ich Ihnen meinen Ideenentwurf zum
    Persönlichen Energie Pass PEP zukommen lassen.

    Ich bitte daher um eine Kontakt E-mail an die ich den fünfseitigen Entwurf schicke kann.

    Ich denke, dass die Einführung eines solchen Energie oder Ressourcen Passes einen Lösungsansatz für eine Reihe von derzeitigen Problemen ist.

    Mit besten Grüßen

    Ihr

    Dr. Norbert Held

    Dr. Norbert Held am .
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