Dasselbe in Grün: Warum wir eine “bessere” Wirtschaft brauchen.

  1. Wenn gut gewirtschaftet wird, freuen sich alle. Ob nachhaltigngewirtschaftet wurde, ist erst mal zweitrangig. Sollten wir es uns nicht leisten, “gute” Unternehmen mehr zu fördern.
  2. Brauchen wir gar einen neuen Maßstab für “Wirtschaftlichkeit”?
  3. Funktioniert es gar nicht anders als “Gewinn um jeden Preis”?

Siehe dazu auch den Gastbeitrag von Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW: Mehr gute Arbeit durch mehr Ökologie? und den Gastbeitrag von Prof. Dr. Stephan Lessenich, Institut für Soziologie – FSU Jena: Die Wiederaneignung des Sozialen.

Details zum Workshop

Themenbereich: Nachhaltige Zeiten, Soziale Zeiten

5 Kommentare
  1. “Wirtschaftlichkeit ohne Menschlichkeit ist Erbärmlichkeit”.

    Diesen aussagekräftigen Satz habe ich mir aus dem 1. Semester meines Wirtschaftsstudium 1989 vorgemerkt und es bis heute in Gedächnis behalten.

    Im Laufe meines aktiven Berufslebens habe ich viele Manager, darunetr auch einige aus den Vorstandsetagen kennenlernen dürfen, die zwar sehr viel von der Wirtschaftlichkeit verstanden haben, aber in Sachen Menschlichkeit waren sie zu 99% große “Nieten” mit Floskeln aus “Seifenblasen”.

    Mit besten Empfehlungen
    Hasan Eker (www.hasan-eker.com

    Eker Hasan am .
  2. Bei allen Workshops und auch hier überrascht mich, dass nirgendwo das Konzept eines Wirtschaftsmodells der Zukunft, wie es von Christian Felber in seinem Buch “Die Gemeinwohl-Ökonomie” (Wien 2010) vorgestellt wird, thematisiert und zur Diskussion gestellt wird. Es sollte der zentrale Gegenstand einer “Grünen Denkfabrik” sein !!
    Vielleicht läßt sich diese Anregung ja noch in angemessener Weise berücksichtigen.
    Über eine diesbezügliche Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Prof. Dr. Hans Hoppe am .
  3. 1.Wenn gut gewirtschaftet wird, freuen sich alle. Ob nachhaltigngewirtschaftet wurde, ist erst mal zweitrangig. Sollten wir es uns nicht leisten, “gute” Unternehmen mehr zu fördern.

    Oft ist nachhaltiges Wirtschaften auch für die Betriebe von Vorteil. Allerdings auf einer Zeitschiene, die von der oft kürzerfristigen betriebswirtschaftlichen Betrachtung abweicht. Oft genug ist z.B. der kurzfristige Geldstrom für das Überleben des Betriebes so wichtig, dass für eine Investition mit langfristigen Vorteilen einfach die Kraft und Priorität fehlt. Das hat nichts damit zu tun, dass die Betriebe oder deren Management “böse” sind. Es besteht eine echter Zielkonflikt bei dem das Dringliche oft genug der Feind des Wichtigen ist.

    Niedrigverzinste Kredite für Investitionen in Nachhaltigkeit (Energieeffizienz, kurze Wege, Schadstofffreiheit/-armut) können helfen die Unterschiede in den Zeitlinien zwischen Nachhaltigkeit und betriebswirtschaftlichen Erfordernissen zu überbrücken.

    2.Brauchen wir gar einen neuen Maßstab für “Wirtschaftlichkeit”?

    Ein riesen Schritt wäre es, wenn der Zeithorizont für wirtschaftliche Entscheidungen verlängert werden kann. Dabei ist ein niedriges Zinsniveau mit entscheidend, da praktisch alle betriebswirtschaftlichen Entscheidungen auf Basis von abgezinsten Geldströmen getroffen werden. Je höher der interne Zinsfuß ist so mehr werden langfristige Vor- und Nachteile abgezinst, je niedriger umso mehr fallen langfristig Effekte ins Gewicht.
    Der interne Zinsfuß enthält meist auch ein Maß für das Risiko einer Investition. Langfristig stabile Rahmenbedingungen erlauben Betrieben mit geringerem Risiko und daher geringerem internen Zinsfuß zu rechnen. Auch das fördert die Berücksichtigung der langfristigen Konsequenzen des betrieblichen Handelns.

    Vielleicht kann auch der Zeithorizont für nachhaltige Entscheidungen verkürzt werden. Durch höhere Besteuerung von Energie-, Land- und Umweltverbrauch können sich entsprechende Investitionen schneller lohnen. Durch niedrigere Besteuerung/Belastung von Arbeit kann dieser Effekt kompensiert werden.

    Dazu sollten externe Kosten wie Schadstoffausstoß, Landverbrauch, etc. soweit wie möglich über Steuern und Abgaben internalisiert werden. Die Gesamtbilanz der Vor- und Nachteile wirtschaftlichen Handels enthält so dann auch die wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit.

    3.Funktioniert es gar nicht anders als “Gewinn um jeden Preis”?

    Gewinnstreben als Antrieb menschlichen und wirtschaftlichen Handelns ist meiner Meinung nach in großen offenen Systemen wie unserer Gesellschaft durch nichts zu ersetzen.

    Durch setzen der Rahmenbedingungen hin zur einem längerfristigen Denken und Internalisieren der Externen Kosten sind Nachhaltigkeit und Gewinnstreben denke ich vereinbar.

    Jochen am .
  4. 1) Wenn gut gewirtschaftet wird, …
    Gemeint war wohl profitabel gewirtschaftet, oder? Was nicht zwingend dasselbe wie “gut” ist. Mit Ressourcen intelligent und sparsam umgehen, da gibt es ja eine Schnittmenge von Ökogrün und Dollargrün. Doch ist das Abwälzen von Kosten auf die Allgemeinheit, etwa bei Umweltschäden, profitabel, doch keineswegs bündnisgrün.

    Dies alles “einzupreisen” ist das Mindeste. Gewinn ist nur eine Möglichkeit der Zielfunktion, Eine andere kann langfristiges Überleben eines Betriebs sein oder genossenschaftliche Ansätze. Dass der Mensch nur _selten eine homo oeconomicus ist, dürfte sich aus der Forschung mittlerweile herumgesprochen haben.

    Jan S. am .
  5. Hallo, ich habe am 1. Workshop teilgenommen. Die Moderatorin war Irene Mihalic. An dieser Stelle ein riesen Kompliment für die Moderation und die Gesprächsführung. Ich habe in anderen Workshops anderes erlebt und auch anderes gehört. Da auch die Gruppe relativ überschaubar war, war ein effektives Diskutieren möglich. Am Ende sind wir sogar zu einem Auftrag an die LAG Wirtschaft und an den Landesvorstand gekommen. Es gibt nichts Schlimmeres als einem Workshop ohne ein Ergebnis zu beenden. Bin begeistert!! Positiv finde ich, dass das Thema Wirtschaft unter den Mitgliedern einen immer höheren Stellenwert bekommt.

    Harold Seelig am .

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