Ein Grünes Steuersystem – Einfach? Niedrig? Gerecht? Sozial? Ökologisch?

  1. Wie sehen die Eckpunkte eines grünen Steuerrechts aus?
  2.  Wo wollen wir das viele Geld für die vielen teuren grünen Projekte herbekommen?
  3.  Wie schaffen wir ein Steuersystem, das gleichzeitig sozialen Ausgleich schafft und ökologische Lenkungswirkung entfaltet?
  4.  Wo sehen wir Möglichkeiten der Vereinfachung des Steuersystems?

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Themenbereich: Nachhaltige Zeiten, Soziale Zeiten

5 Kommentare
  1. Die Leitlinien grüner Steuerpolitik sehe ich wie folgt:

    1) Trennung von Einnahmen- und Ausgabenmanagement

    2) Steuern zum steuern

    3) Einfach einfach

    4) Besteuerung nach Leistungsfähigkeit.

    ad. 1) Trennung von Einnahmen- und Ausgabenmanagement. Der Staat hat einen Finanzierungsbedarf, der aus Steuermitteln gedeckt werden muß. Direkte Zweckbindung bestimmter Steuern für bestimmte Zwecke erzeugen hohen Verwaltungsaufwand und lenken von der Notwendigkeit ab in allen Bereichen unnötige Kosten zu vermeiden.

    ad. 2) Steuern zum steuern: hohe Steuern auf Dinge und Vorgänge von denen wir weniger wollen (Landverbrauch, Emissionen, Resourcenverbrauch, Zigaretten, etc.). Niedrige Steuern auf Dinge und Vorgänge von denen wir mehr wollen (Arbeit, Kinder, Bäume, Energieeffizienz, eine soziale Gesellschaft, etc.)
    Den Rest erledigt dann homo oeconomicus mit rationalen geldgesteuerten Entscheidungen.

    ad. 3) Einfach einfach: Die Komplexität des deutschen Steuerrechts erzeugt sehr hohe Kosten, Verunsicherung und eine inhärente Ungerechtigkeit, weil es praktisch nur die Gebildeten und Reichen mit Steuerberater noch verstehen können. Lieber ein bisschen Ungerechtigkeit im Einzelfall als die riesen Ungerechtigkeit durch Komplexität.
    * Ministeuern abschaffen,
    * Vorgänge zusammenlegen (z.B. Kraftfahrzeugsteuer auf Mineralölsteuer umlegen),
    * bestehende Mechanismen nutzen (z.B. vier MWSt-Sätze, 0% auf Güter die zeitweise besonders gewünscht sind (Sozialdienste, E-Autos und hocheffiziente Umwälzpumpen), 7% auf Güter die permanent gefördert werden sollen (Kindernahrung), 19% normal und 35% auf Güter die unerwünscht sind (Elektrogeräte schlechter als Effizienzklasse B, SUVs, Zigaretten, Alkohol)
    * bei mangelnden Einnahmen oder zu hohen Ausgaben diese ansehen statt neue Steuern zu erfinden (z.B. Bettensteuer für Hotels unmittelbar nachdem die MWSt auf 7% gesenkt wurde!!!).

    ad. 4) Besteuerung nach Leistungsfähigkeit: erklärt sich von selbst

    Jochen am .
  2. Steuern steuern, das ist ist völlig richtig – denn die Erhebung von Steuern verteuert automatisch die jeweilige Leistung, die ihr zugrundeliegt.

    Das Verursacherprinzip sollte zugrundeliegen: Alle Dinge, die schädliche Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft haben, sind hoch zu besteuern. Beispiele: Finanztransaktionssteuer, Flugbenzinsteuer.

    Sehe allerdings in der Zweckbindung (= Abgaben) kein Problem. Beispiel: Wiedereinführung von Steuern auf Zucker und Salz, als zweckgebundene Abgaben zur Finanzierungsbeitrag für das Gesundheitswesen – sollte ebenfalls für die Alkohol- und Tabakbesteuerung gelten.

    Wichtig ist das Thema der Kapitalertragsbesteuerung, hier ist eine Gleichbehandlung mit anderen Einkommensarten erstrebenswert-

    Vorgänge zusammenlegen ? Ja, auf jeden Fall, d.h. aber auch: Man sollte über die Zusammenlegung von Körperschafts- und Gewerbesteuer nachdenken.
    Meine These: Kommunen brauchen einen gerechten Anteil an der Unternehmensbesteuerung, aber nicht eine Gewerbesteuer mit eigenem Hebesatz – das nützt nur den reichen Kommunen, wo die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sprudeln, aber es verschärft den Rückstand der armen Kommunen, die kein Geld für dringende Investitionen haben.

    Martin Imbruch am .
    • Das hört sich ganz gut an. Es fehlen aber nachvollziehbare Rechenbeispiele, denn nicht jeder kennt sich im Steuersystem aus.
      Eine erhöhte Steuer auf Zucker und Salz finde ich richtig. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass ein Großteil unserer Lebensmittel mit Zucker konserviert werden und eine durch Steuererhöhung ausgelöste Preissteigerung untere Einkommen sehr belasten würde. Parallel dazu müssten Beiträge zur Krankenversicherung gesenkt werden, durch eine Krankenkassenreform.

      Bevor man an die Gewerbesteuer geht, wäre es für mehr soziale Gerechtigkeit sicher angebracht, die Körperschaftssteuer wieder anzuheben.

      Krins, Alice am .
  3. Einkommensteuer – ” 10-tel Teil ”

    Ich kann mir ein einfaches nachvollziehbares Steuersystem wie folgt vorstellen:

    Festen Prozentsatz für natürliche und jurstische Persoenen abzüglich “Existenzminimum”, vergleichbar wie die “Umsatzsteuer”.
    Auch eine Firma sollte einen Freibetrag erhalten, wie zurzeit die “Kleingewerberegelung”.
    Dieser fester Anteil kann nicht mit Abschreibungsspielereien oder sonstigen Steuertricks minimiert werden, so dass jeder sein “Zehntel” beigetragen hat.

    Zum festen Prozentsatz wird noch ein leistungsbeszogener “Sozialprozentsatz” erhoben. Hierdurch erhält man wieder eine progressive Kurve. Nur diesen “Sozialbeitrag” kann mit andren Leistungen (Abschreibungen, Steuertricks, etc.) verrechnet werden.

    Hierdurch erreicht man eine “fast” berechenbare Mindesteinnahme des Staates und eine Existenzsicherung der “Kleinen”.

    Wenn hierzu noch ein Mindestlohn festgeschrieben würde, können die “Sozialssubventionen”, wie z.B. Wohngeld, auf ein Minimum reduziert werden.
    Die “Wohlhabenen” sind ihrerseits immer mit einem Mindestbeitrag beteiligt und können durch Investitionen den variablen Anteil steuern. Schließlich muss in einer Volkswirtschaft das Kapital sich bewegen – und nicht auf Sparkonten versauern.

    Dissmann, Andreas am .
  4. I have a lot of problemsI’ve got too much work to do.They’re in red and white.No matter what happened, he would not say a word.He had a good many friends here.They rode their respective bikes.They rode their respective bikes.I’m lost.Being a mother is not easy.The Beatles represented part of the spirit of their age.

    UGG Bag am .

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