“Festung Europa”: Wer darf rein, wer fliegt raus?

  1. Welche Kriterien sollte man für die Flüchtlingspolitik anlegen?
  2. Wie kann man die deutschen Asylstrukturen humaner machen?
  3. Wie gehen wir mit der “Festung Europa” um- soll sie Festung bleiben? Sollen die Grenzen komplett geöffnet werden? Wie kann ein Mittelweg aussehen?

Details zum Workshop

Themenbereich: Soziale Zeiten

10 Kommentare
  1. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Europa weiter öffnen muss. Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit. Viel mehr Menschen müssen von dem profitieren, was Europa ausmacht: Menschenrechte, Freiheit, Demokratie.
    Das Programm der “östlichen Partnerschaft” muss ausgebaut werden. Die Türkei muss eng an Europa gebunden werden.

    Holger am .
  2. Das Bemühen um die sogenannten “Flüchtline” muß (!!) sehr viel früher ansetzen. Wenn die europäischen Agrar-industrien, die chinesischen Billigproduzenten, die mannigfaltigen Fischereiflotten den Menschen in Afrika die Lebensgrundlage entziehen, dann darf sich keiner darüber wunderen, wenn die dann einfach nur versuchen, anderswo zu (über)leben. Es sind doch keine Flüchtlinge, schon gar nicht “Wirtschafts”-Flüchtlinge, es sind in erster Linie entwurzelte Menschen, die ihren Familien und sich selbst irgendwie und irgendwo eine Lebenschance suchen — müssen. Wir müssen an dieser Stelle ansetzen und nicht erst bei der Festungsmauer oder besser: dem Festungsgraben.

    F Lothar Winkelhoch am .
  3. Nicht nur die Türke müssen wir näher an Europa bringeni. Wir sollten auch schauen wie wir in der Zukunft Afrika näher an Europa bringen.

    Rainer Hauenschild am .
  4. Meiner Meinung nach sollte Europa sich seiner Rolle in der Welt und der historischen Schuld, die wir auf uns geladen haben, als wir (was wir ja immernoch tun, wie man an Lybien sieht), inzwischen über ein Jahrhundert die Afrikaner nie als Nachbarn und ihre Kultur als Chance, sondern nur ihre Ressourcen als Quelle unserer Gier-Befriedigung gesehen haben.
    Bis endlich Europa seine Tore für die hungernden und Verfolgten öffnet, wird jeder Tag ein Tag der schande für jeden Europäer sein, der sich nicht hinter das Recht jedes Menschen auf Leben, Sicherheit und unabsprechbare Würde stellt und auch aktiv dafür eintritt.
    Zudem sollte sich Deutschland fragen, ob sein lächerlich geringes Kontingent an Flüchtlingen, das es aufnimmt, wirklich überhaupt noch vom humanen Gesichtspunkt her tragbar ist.
    Für mich ist der wirtschaftliche Faktor hierbei nämlich absolut zweitrangig.

    Wenn ein Mensch in seinem Land nicht mehr in Würde leben kann, weil ihm a) durch den Staat b) durch die gesellschaft c) durch Hunger oder Verelendung keine Wahl mehr bleibt als sein Leben auf Seelenverkäufern auf dem Mittelmeer zu riskieren, nur um vom italienischen Innenminister einfach in ein wie er SELBST gesagt hat “KZ-ähnliches Auffanglager, damit sie nicht lange bleiben”gesteckt zu werden, dann ist das für mich ein untragbarer Zustand.
    Wenn ich dann auch noch kürzlich einen Film sehe (“Taste the waste”), der den Wegschmeißwahn unserer “westlich-zivilisierten” Staaten zum Thema hat, dann stellt sich mir doch die Frage, ob nicht in Deutschland einmal in seiner Geschichte etwas richtig gemacht werden sollte und die Humanen über die wirtschaftlichen Interessen gestellt werden!!!

    Robert Jarke am .
  5. Weil jemand zufällig hier geboren ist, hat er/sie also das Recht, hier zu leben und jemand anders überhaupt nicht? – Das ist kaum nachzuvollziehen! Und doch ist es der mentale Kern dieser Mauer. Selbst wenn es Pragmatismus-Argumente geben wird und wir alles dies auch so gerne verdrängen würden, so sind doch unser Handeln zunächst an diesem Gleichheits-Anspruch zu messen …

    Jan S. am .
  6. Leider war die Denkfabrik bzgl. Europa ein Desaster. Europ fiel aus im wahrsten Sinne des Wortes. Der Moderator war nicht da und die vier Leute inkl. meiner Person mussten sich der Grundversicherung beugen und ihren Raum verlassen. WIr haben dann zwar interessante Gespräche geführt und interessante Ansätze verfolgt, aber leider ist das Thema bei den Grünen nicht präsent. Es ist anscheinend interessanter über andere DInge zu diskutieren während Europa gerade vor die Hunde geht. Ich kann da nur der Chefredakteurin der TAZ zustimmen. Es kann nicht sein, das Leitanträge zu Europa noch nicht mal behandelt werden bzw. vergessen werden oder keine Debatte stattfindet. Leider ein Armutszeugnis unser Partei. Und Leute wie Sven Giegold die für Europa kämpfen und arbeiten sind hoffungslos auf sich alleine gestellt und wo sind denn die vielen Europa Experten die auf dem LPR für den EGP Kongress kandidiert haben? Nicht ein einziger war beim Workshop (ausser meiner Person) ……das ist einfach nicht akzeptabel und zeigt den Zustand dieses Politikbereiches…leider…. Inhaltlich gäbe es viel zu tun……

    Andreas Bylaitis am .
    • Hallo Andreas,
      es tut uns leid, dass sich so wenige MitmacherInnen zur Flüchtlingspolitik gefunden haben.

      Allerdings muss man auch sagen, dass zeitgleich der Workshop “Die Finanz- und Schuldenkrise – Gefahr für die Demokratie? – Chance für Europa?” stattgefunden hat. Dieser Workshop hat sogar so viel Rückmeldungen, dass wir ihn zweimal parallel angeboten haben – von mangelndem Interesse kann also keine Rede sein. Das beantwortet auch hoffentlich deine Frage, wo die anderen Europa-PolitikerInnen waren.

      gruenenrw am .
      • Es wäre sinnvoll gewesen im Vorfeld dies mitzuteilen. Wenn man ein Ticket bucht dann steht ja auch fest wieviele teilnehmen, dann hätte man die Teilnehmer informieren können, oder zumindest am Empfang mitteilen können dass er ausfällt… Europapolitik ist übrigens nicht nur Schulden oder Finanzpolitik….

        Andreas Bylaitis am .
        • Hallo Andreas,
          zu Beginn des Ticketverkaufes standen die Workshops noch nicht fest. Vielmehr haben wir ja mit einer offenen Phase gestartet, in der jede/r Vorschläge einreichen und bewerten konnte. Diese Phase endete am 4. November.
          Erst danach stand fest, welche Workshops konkret stattfinden. Aus den Anmeldungen haben wir dann die Workshops mit sehr großem Interesse doppelt geplant. Wir waren auch mit den Initiatoren kleinerer Workshops in Kontakt. Mit einer Ausnahme haben auch hier alle stattgefunden.
          Du hast völlig recht, dass Europa mehr als die Schulden- und Finanzkrise ist. Offensichtlich hat dieses Thema aber die MitmacherInnen sehr interessiert, denn sie haben für diesen Vorschlag in der offenen Phase gevotet und sich dann auch dazu angemeldet. Das Konzept war offen, so dass die TeilnehmerInnen darüber bestimmt haben, welche Workshops stattfinden.

          gruenenrw am .

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