Integrieren oder Vielfalt gestalten?

  1. Unterscheidet sich GRÜNE “Integrationspolitik” noch von der anderer Parteien?
  2.  Was ist unsere Vision der Multikulturellen Gesellschaft?
  3.  Wollen wir von der Integrationspolitik hin zur Gestaltung von Vielfalt? Mit welchen Konsequenzen?
  4.  Wie kann ethnische Diskriminierung und Ausgrenzung wirksam bekämpft werden?
  5.  Chancengleichheit geht nicht ohne Antidiskriminierungsstrategien, aber was heißt das für unsere Bildungs- und Sozialpolitik?

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Themenbereich: Soziale Zeiten

7 Kommentare
  1. Antworten auf die o. g. Fragen von einen Praktiker, der die Diskriminierung jeden Tag auf´s neuste seit 40 Jahren “live” miterlebt.

    1.)
    Mittlerweile unterscheidet sich die grüne Intergrationpolitik kaum noch von denen der anderen Parteien. Es fehlen bei den Grünen immer mehr mutige Persönlichkeiten mit “Ecken und Kanten” (würde Herr Ströbele sagen…), die sich für die Integration voll einsetzen! Und zwar vorurteilsfrei!
    2.)
    Die Vision einer multikulturellen Gesellschaft ist die, dass keiner mehr wegen seinem Aussehen, seiner Sprache, seiner Kleidung, seiner Religion und seiner politischen Anschauungen vorverurteilt wird.
    Keine Diskriminierung bei den Behörden,
    am Arbeitsplatz und vor allem in den Schule!
    3.)
    Gestaltung zur Vielfalt setzt voraus, dass die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft bedingungslos bereit sind auf die Belange und Wünsche der Migranten/Innen -ohne Vorurteile- einzugehen. Diese Bereitschaft fehlt noch…
    4.)
    In denen man jeden einzelnen Fall der Diskriminierung für ernst und wichtig nimmt und es bis zuletzt verfolgt.
    5.)
    Für alle noch einmal, die vergessen haben, was der Begriff Integration eingentlich bedeutet, oder beinhaltet:
    Integration beinhaltet im Kern die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen unterschiedlicher Herkunft am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben in Deutschland (Dortmund) auf der Grundlage der Werteordnung des Grundgesetzes.
    Solange dies nicht der Fall ist, reden wir nur über Wunschvorstellungen einiger Utopisten.

    Beispiel:
    Gleiche Qualifikation – gleiche Chancen auf einen Job? Schön wäre es ja.
    Schon ein türkisch klingender Name kann sich bei der Bewerbung als ziemliches Handicap erweisen – selbst wenn der Kandidat deutscher Staatsbürger und Muttersprachler ist. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn erschienen ist. Demnach sind Bewerber mit ausländischen Wurzeln in Deutschland deutlich benachteiligt.

    Mfg
    Hasan Eker
    http://www.hasan-eker.com

    Eker Hasan am .
  2. Integration – Nein danke! Wie wäre es mit einem Umdenken und stattdessen von Inklusion zu reden?
    Einerseits ist der Begriff der Integration politische massiv beeinträchtigt und erinnert immer mehr an Assimilation – die beiden Begriffe überschneiden sich wissenschaftlich. Statt Migrant*innen immer mehr in die bestehende Gesellschaft einbinden zu wollen, sollte die Gesellschaft sich auch die Bedürfnisse der Migrant*innen anpassen. Wir müssen weg von dem starren Denken und den Forderung nach immer mehr Angleichung und statt zu fordern endlich anfangen zu fördern.

    Floris Rudolph am .
  3. Prioritäten

    Das Thema Diskriminierung und die Gleichbehandlung bzw. die Förderung benachteiligter Gruppen in unserer Gesellschaft brennen der Mehrheit der Deutschen nicht wirklich auf den Nägeln. Überhaupt nicht!

    Zwar gehört eine gebührende Sensibilität gegenüber den Problemen benachteiligter Minderheiten zumindest in den besser gebildeten Kreisen, d. h. in den gehobenen Milieus der „Etablierten“, „Postmateriellen“, „Modernen Performer“ und bei „Experimentalisten“, zum Bestand einer politisch korrekten Haltung.

    Die wahren Probleme des Landes sind aber aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft, auch in den genannten Milieus, andere: zuallererst die fehlenden Arbeitsplätze und die bedrohten sozialen Sicherungssysteme, gefolgt von der Sorge über den Missbrauch von Sozialleistungen, die Forderung nach Zuzugsbegrenzung und der Umwelt- bzw. Klimaschutz.

    Durch Falschinformationen auf allen Ebenen werden aber schnell aus Forderungen nach Zuzugsbegrenzungen zu schnell Fremdenfeindlichkeiten.

    Eines scheinen aber die Befürworter der Zuzugsbegrenzungen überhaupt nicht zu berücksichtigen:
    Die Deutschen haben mit einer Geburtenrate von 1,34 keine Zukunft! Gar keine!

    Entweder muss schnell ein geregelter Massen-Zuzug erfolgen, oder die deutsche Mehrheitsgesellschaft muss Ihre Versäumnisse der letzten 20 Jahre in Sachen Geburten in den nächsten 4-5 Jahren sehr schnell nachholen.

    Es fehlen seit 1990 ca. 200.000 Kinder pro Jahr (macht in 20 Jahren = 4.000.000 Kinder) um ein wirtschaftliches Wachstum von über 3,5% zu erzielen.

    Theoretisch machbar, praktisch unmöglich!

    Also ist eigentlich der Zug für die
    egoistische Mehrheitsgesellchaft schon längst abgefahren!

    Auszug aus: Forschungsprojekt
    Diskriminierung im Alltag – Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft
    Abschlussbericht
    Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung von Sinus Sociovision für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Heidelberg, Juli 2008

    Eker am .

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