Bildungspflicht statt Schulpflicht?

  • Es gibt auch in Deutschland eine stetig wachsende Anzahl von Home- und Unschoolern. Die Politik hat sich bisher noch nicht mit diesem Thema befasst. Schul- und Jugendämter haben dabei einen Maßnahmenkatalog, der auf verwahrloste Familien zugeschnitten ist und bei “Überzeugungstätern” nicht greift. So kommt es zu einer, oft willkürlich erscheinenden Bandbreite an staatlichen Reaktionen. In Einzelfällen gibt es Duldungen oder sogar Kooperationsverträge, meist aber Bußgeldverfahren, manchmal polizeiliche Zuführungen, Strafverfahren und in Extremfällen sogar hohe Zwangsgelder, Erzwingungshaft für die Eltern und Sorgerechtsentzüge.
    In Demokratien weltweit wird die Schulpflicht im Sinne einer Bildungspflicht verstanden. In der Praxis gibt es sehr unterschiedliche Formen von Bildungspflicht.
    – In Irland werden Familien, deren Kinder sich auf andere Weise als in öffentlich genehmigten Schulen bilden, von  anerkannten Fachleuten respektvoll beraten und begleitet, sofern die Familien das wünschen. In England sind die Familien gänzlich auf sich gestellt. Die Familien beraten sich hier häufig gegenseitig.
    In Dänemark, Finnland, Frankreich, Österreich usw. werden die Freilerner regelmäßig, geprüft, ob der Wissensstand des Kindes der entsprechenden Schulstufe genügt.
    In Kanada bekommen Freilerner, sofern sie sich registrieren lassen, die Geldmittel für die Lernmaterialien zur freien Verfügung.

    Wie soll der Staat mit Home- und Unschoolfamilien umgehen?  

     

  • In Deutschland eine Schule in freier Trägerschaft zu gründen, ist nicht einfach und erfordert einen langen Atem. Viele Gründungsinitiativen werden regelrecht ausgebremst. ( Als ein Beispiel unter vielen; die Freie Schule Bremen hat gegen die Ablehnungsbescheide der Bildungssenatorin geklagt und in der ersten Instanz vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen. Da die Senatorin in Berufung gegangen ist, ist immer noch unklar, ob der Schulbetrieb nach den Sommerferien beginnen kann… http://www.freie-schule-bremen.de/ )  Doch auch bereits genehmigte Schulen werden mit durchsichtigen Begründungen geschlossen (siehe in MV, die freie Landschule Lüchow). Generell stehen Freie Schulen unter einem großen Druck, sodass viele ihre anfangs freien Konzepte in einer Art “vorauseilendem Gehorsam” einschränken, um so eine mögliche Schließung unwahrscheinlicher zu machen.

    Was sind die Chancen, Potentiale und Risiken von Bildungsfreiheit und Bildungsvielfalt?

 

Details zum Workshop-Vorschlag

Vorgeschlagen von: Immanuel

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Themenbereich: Soziale Zeiten

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21 Kommentare
  1. Als Mutter von 5 Kindern habe ich sehr gute Erfahrungen mit feiem Lernen gemacht. Es ist einfach ein Vergnügen zuzuschauen, für was sich die Kinder alles ineressieren und mit welcher Begeisterung sie das tun. Dabei sind sie offen für andere Menschen, spielen gerne mit jüngeren Kindern und sind dabei sehr Rücksichtsvoll, genauso wie sie sich freuen mit ältern Kindern oder auch Erwachsenen zusammen zu sein und von ihnen neues zu erfahren. Ebenso können sie sich gut in Gruppen einbringen und sind dort interessierte Teilnehmer, ob es nun der Kinderchor, die NAJU Gruppe oder das Ferienlager ist.
    Lernen macht Freude und ohne Schule ist das ohne Plage möglich.
    Ärgerlich, anstrengend und unnötig sind die Auseinadersetzungen mit Behörden und Gerichten. Das braucht so viel Kraft, die dringend für andere Dinge benötigt wird. Und manches von dem was wir als Freilerner entdecken könnte auch eine Anregung für Schulen sein und manche Zusammenarbeit ist möglich.
    In der Hoffnung dass die Zeiten der Angst und Kotrolle weichen zugunsten von Vertrauen, Zusammenarbeit und Freiheit.

    Christiane Ludwig-Wolf am .
  2. Die Schulpflicht hat meiner Meinung nach ausgedient. Individuelle Förderung von Kindern muss auch bedeuten, dass endlich erkannt wird, dass manche Kinder besser nicht in die Schule gehen sondern frei lernen. Das würde auch dazu führen, dass weniger Kinder durch das Zwangssystem Schule krank werden.

    sonnne am .
  3. Nicht nur in unserem Nachbarland Polen können Kinder, in Absprache mit der Behörde, über die Art ihrer Bildung entscheiden. Nein, wir sind umgeben von Ländern, die mit dieser Freiheit der Wahl offenbar gut zurecht kommen. Beispielsweise ist die Bildungsfreiheit ein Verfassungsrecht und wird praktiziert in Frankreich (seit 1882), in Österreich (seit 1873), in Dänemark (seit 1855), in Irland (seit 1937), in Großbitannien und Malta (seit 1944), in Portugal (seit 1982) und in Belgien (seit 1970).
    Als Bürgerrecht von Verfassungsrang (hier ohne Jahresangabe) gilt die Bildungsfreiheit weiter in Finnland !, Norwegen, in den meisten Kantonen der Schweiz, in Italien und in Spanien.
    Wir können also von einem reichen Erfahrungsschatz aus mindestens dreizehn europäischen Nachbarländern profitieren, wie sich der Umgang mit der Bildungsfreiheit bewährt und wie in diesen Ländern damit aktuell umgegangen wird. Weiter bedarf es lediglich eines Antrages auf Genehmigung für eine „Bildung auf andere Weise als in der Staatschule“ bei der entsprechenden Behörde:
    in Luxemburg, in Rumänien, der Slowakei, in Ungarn, Tschechien und Polen.

    In Ausnahmefällen wird auch in diesen Ländern die Genehmigung zur Bildung außerhalb von Staatsschule erteilt: in Schweden, in Griechenland, in den Niederlanden und in Bulgarien.

    Ich traue auch unserer Demokratie in Deutschland zu mit Bürgerfreiheit angemessen umgehen zu können. Möglicherweise hat die Prägung durch eine, in Ostdeutschland durch zwei Diktaturen unseren Blick derart verengt und ängstlich gemacht, dass wir uns diese Selbstverantwortung als mündige Bürger weniger zutrauen als unsere Nachbarn?

    Mir fällt auf, dass es gerade auch die östlichen Länder sind, die, sofern sie zu Demokratien wurden, sich nach dem Fall der Diktatur für die Bildungsfreiheit – lediglich unter staatlicher Aufsicht- entschlossen haben. Sie werden wissen warum.

    Diesen Schritt können wir jetzt, sowohl in West- wie in Ostdeutschland nachvollziehen.

    Zuversichtlich grüßt euch

    Anke Caspar-Jürgens

    Anke Caspar-Jürgens am .
  4. Ich freue mich, dass endlich ein workshop zu diesem Thema in unserer Gegend angeboten wird und unterstütze es unbedingt, dass dieses Thema diskutiert und Informationen darüber verbreitet werden! ****

    Christiane Wilkening am .
  5. Auch ich bin sehr froh zu erfahren, dass es immer mehr positive Aktionen zu diesem Thema gibt! Die bisher bei uns vollzogene Schulpflicht sollte wirklich schnellstens der Vergangenheit angehören. Zahllose Menschen, mit denen ich über ihre eigene Vergangenheit und/oder über die Situation ihrer Kinder im deutschen Schulsystem gesprochen habe, berichten fast ausnahmslos Niederschmetterndes. Das kann und sollte nicht der Sinn von Bildungspolitik sein. Kommt hinzu, dass ich zwei Jahre Unschooling im Ausland mit meiner eigenen Tochter erleben durfte. Ich hatte keinerlei Erfahrung damit, war sehr unsicher und erfuhr durch mein (familiäres) Umfeld fast durchweg Ablehnung und Anfeindung. Das Erleben im praktischen Alltag widerlegte all diese Anzweiflungen und Anfeindungen in allerhöchstem Maße: Meine Tochter entwickelte sich gigantisch positiv, sie hatte innerhalb kürzester Zeit zahllose soziale Kontakte ALLER Altersstufen (auch ohne Fremdsprachenkenntnisse zu Anfang!), sie war unbeschreiblich fleißig, bastelte, malte, war aktiv, glücklich, ausgeglichen, erschaffte zahllose Kunstwerke aller Art, spielte viele Instrumente, sang, sprang und tanzte täglich, und sie brachte sich völlig eigenständig Lesen und Schreiben bei. Jeden Tag war ich auf’s Neue verblüfft, erstaunt und überglücklich über dieses riesige Maß an Aktivität, Offenheit, Fleiß und FREIWILLIGER Lernfreude. Infolge eines privaten Schicksalsschlages mussten wir nach 2 Jahren nach Deutschland zurückkehren, wo sie dann natürlich in eine Schule gehen MUSSTE. Obwohl es sich um eine freie alternative Schule handelt, die selbstverständlich immernoch weitaus besser ist als eine Regelschule, hat sie sich innerhalb weniger Monate deutlich zum Negativen verändert. Der tägliche Zwang, in die Schule gehen zu müssen, die täglichen Störfaktoren, die täglichen Gemeinheiten unter den Kindern/SchülerInnen, die täglichen (großen und kleinen) Respektlosigkeiten unter den Kindern/SchülerInnen, etc. hinterließen deutliche Spuren. Mehrfache Gespräche mit Lehrern, Elternvertretern und Schulleitung brachten unfassbarer Weise überhaupt keinen Erfolg. Kinder/junge Menschen sind von Natur aus lernwillig und lernfreudig. Daher ist eine Schulpflicht, wie es sie hier in Deutschland gibt, im Grunde eher kontraproduktiv. Bildung ist wunderbar, aber Schulzwang ist furchtbar und sollte nicht mehr sein. Ich bitte um jegliche Form von Unterstützung und bedanke mich schon jetzt ganz herzlich bei Ihnen allen dafür!

    Claudia Lindner am .
  6. Schule ist entstanden, als im Zuge der Industrialisierung zuverlässig mechanisch arbeitende, aus dem Rhythmus der Natur losgelöste Schuftende gebraucht worden. Heute brauchen wir Kreativität, Eigenständigkeit, Selbstverantwortung, und die wird in der besten Schule abgewürgt, das ist von der Lern-, Hirn- und Bindungsforschug klar bewiesen. Wir zahlen einen hohen Preis dafür, wenn wir unsere kinder 16-18 Jahre lang aus unserer Welt in eine künstliche Parallelwelt verbannen.
    Für meine seit 6 Jahren erfolgreich frei lernenden Kinder wünsche ich mir sehr, dass sie dies endlich auch in Deutschland legal tun dürfen.

    Dagmar Neubronner am .
    • Ich habe in der Schule durchaus Kreativität, Eigenständigkeit und Selbstverantwortung gelernt und meine Kinder tun das derzeit auch. Wir sind doch nicht mehr im Kaiserreich. In was für einer künstlichen Parallelwelt lebst du?

      Dirk am .
  7. Dass hinter einer Schulpflicht ein “wirtschafts”-politisches Programm steht, kann von niemandem geleugnet werden. Nur sind wir vom Gedanken ‘Schule’ schon so hypnotisiert, dass wir es nicht mehr merken oder es noch nie richtig gemerkt haben.
    Leider muss Freiheit immer wieder neu errungen werden, sei es politisch, ökologisch, psychologisch, sozial, spirituell, usw.
    Freies Lernen kann letztlich nur in Freiheit stattfinden.
    Als Schweizer Unschooling-Familienvater wünsche ich mir für die Grünen in Deutschland, dass nicht nur ‘weiter’ gedacht, sondern auch ‘freier’ gedacht, gefühlt und gehandelt wird.

    Bruno Gantenbein am .
  8. Wenn die Gebildeten und Klugen ihre Kinder abseits des nicht immer tollen staatlichen Schulsystems unterrichten lassen, wäre das ja noch o.k.. Eine Abschaffung der Schulpflicht würde aber den “bildungsfernen Schichten” einen Freibrief erteilen, ihre Kinder total verwahrlosen zu lassen. Wenn diese Kinder nicht mehr auf die Schule müssten, hätte die Gesellschaft überhaupt keine Chance mehr, diese Kinder einzufangen.
    Andererseits …. Wenn die Crash-Kids endlich aus dem Unterricht weg sind, hätten unser bildungsbürgerlichen Kinderchen endlich mehr, Ruhe, kleinere Klassen, weniger Klassenkameraden mit Migrationshintergrund … auch nicht schlecht :-). Also weg mit der Schulpflicht!

    Dirk am .
    • In anderen Ländern ist der Staat durchaus in der Lage, zwischen total verwahrlosten und engagierten Familien zu unterscheiden.

      Mir geht es auch in keinster Weise um Abgrenzung von anderen sozialen oder kulturellen Kreisen. Als Freilerner habe ich da glaube ich eine größere Vielfalt erleben können, als viele Schüler.

      Die Home Education – Szene ist sehr vielfältig, mit der ganzen Bandbreite an Berufen, Einkommen, politischen Einstellungen etc. Ich glaube, man kann uns schlecht alle über eine Kamm scheren.

      Immanuel am .
    • Lieber Dirk,

      möglicherweise hattest du bisher weder Zeit noch Gelegenheit dich in Ländern mit der Praxis der Bildungsfreiheit und deren Erfahrungen damit vertraut zu machen. Auch die zahlreichen Studien zu diesem Thema sind in Deutschland eher nur Insidern bekannt.

      Deshalb versuchte ich mit der Auflistung solcher Länder (siehe 28.08.) den Zugang zu Informationen zu ermöglichen.
      Bis auf ganz wenige Ausnahmen wurde der Staat von seinen Bürgern mit einer Aufsichtsfunktion über diese Kinder versehen.Aber auch dort, wo es die nicht gibt, ereignen sich die von dir befürchteten Situationen für Kinder nicht.

      Teils schon während meiner Dienstzeit als Lehrerin hab ich einige dieser Länder besucht und Menschen allen Alters kennen gelernt, die nicht, oder nur zeitweise in der Institution Schule waren.

      Zu meiner Überraschung damals waren die Menschen, je mehr sie ihr Lernen selber bestimmen konnten, innerhalb eines wohlwollenden Umfeldes, je mehr schienen sie mir gebildet und mit engagiertem, kritisch, wachem Interesse für ihre Mit- und Umwelt zu sein. Mir war auch dort auch die warmherzige Atmosphäre innerhalb der Familien aufgefallen.

      Vor diesem Erfahrungs- und Wissenshintergrund (zahlreiche Studien) traue ich auch unserer Demokratie in Deutschland zu mit dieser Bürgerfreiheit für Bildung angemessen umgehen zu können. Kannst du mit dieser Vermutung etwas anfangen?: Möglicherweise hat die Prägung durch eine, in Ostdeutschland durch zwei Diktaturen unseren Blick derart verengt und ängstlich gemacht, dass wir uns diese Selbstverantwortung als mündige Bürger weniger zutrauen als unsere Nachbarn. Denn mir fällt auf, dass es gerade die östlichen Länder sind, die, sofern sie zu Demokratien wurden, sich nach dem Fall der Diktatur für die Bildungsfreiheit – unter staatlicher Aufsicht- entschlossen.
      Sie werden wissen warum.
      Auch deswegen meine ich, diesen Schritt können wir jetzt in West- wie in Ostdeutschland gut durchdacht und geplant, nachvollziehen.
      Als damalige Grüne der ersten Stunden in Hamburg und Mitgründerin der ersten Alternativschule in Hamburg würde mich eine offene Auseinandersetzung mit diesem Thema bei den heutigen Grünen sehr freuen.
      Zuversichtlich grüßt euch
      Anke Caspar-Jürgens

      Anke Caspar-Jürgens am .
  9. Ihr solltet auch die Familienpartei in diesen Dialog mit einbinden denn es ist im Interesse der Familie diese nicht auseinanderzureißen indem schon Babies den Tag in Krippen, Kleinkinder den Tag im KiGa und Schulkinder in der Schule womöglich noch Ganztagsschule verbringen.

    Die ganze Gesellschaft ist institutionalisiert, Mutter und Vater arbeiten beide außer Haus, Alte sind im Heim, es gibt keine richtige Familie mehr und daran liegt es dass die Geburten sinken, zumindest in unserem Kulturkreis.

    In Kulturkreisen wo das Leben sich noch in Familien abspielt und die Menschen daher kinderfreundicher sind werden auch noch mehr Kinder geboren.

    Dann meckern wir Deutschen über die vielen Ausländer. Sollen wir doch selber wieder Großfamilien haben und eine hohe Geburtenrate, dann gaebe es auch nicht soviele Jobs und Wohnungen fuer Menschen aus anderen Kulturen.

    Laura am .
    • Ich empfinde das Träumen von der “richtigen Familie” als ziemliche Sozialromantik, die mit der Realität in Vergangenheit und Gegenwart wenig zu tun hat und die ich eher in konservativen Kreisen vermuten würde. Mir scheinen Familien nicht immer nicht der Ort von Geborgenheit und Liebe zu sein. Die Vermutung mehr Familien = mehr Kinder scheint mir sehr gewagt, zumal man Familie sowieso nicht verordnen kann.
      Ich meckere übrigens nicht über die vielen Ausländer und wüßte nicht auch nicht was dagegen spricht, dass es “viele Jobs und Wohnung füur Menschen aus anderen Kulturen” gibt.

      Dirk am .
    • Die Vorstellung, Kinder zu zeugen, damit Menschen mit Migrationshintergrund weniger Arbeit und Wohnungen bekommen, finde ich absolut pervers.

      Immanuel am .
  10. Gut, dass diese Themen in die Grünen hereingetragen werden. Schliesslich haben sie Wurzeln in ausserparlamentarischen Bewegungen.
    Zuviel staatliche Kontrolle würgt Initiativen “von unten” ab. Im Ausland werden Homeschooling und Freilernen seit Jahrzehnten mit guten Erfolgen praktiziert. Studien dazu gibt es mehrere.
    Dass unsere Schulen (oder Schulen überhaupt?) nicht immer das Gelbe vom Ei sind, bestreitet doch wohl niemand, oder? Da nehmen es Menschen auf sich in der Familie und in Gemeinschaften Wege zu entwickeln, zu lernen jenseits von den Problemen mit denen Schulen zu kämpfen haben. Und es wird ihnen auf die Finger gehauen. Können wir es uns leisten diese kostenlosen Minilabore zu verbieten? Kooperation statt Ausgrenzung!

    Elgin Clausen am .
  11. I am an English father of German children, wishing for my children the opportunity to learn outside of school. I am shocked that this is prohibited and prosecuted in Germany – I regard this freedom as a basic democratic right of a modern and civilised country. I had always regarded Germany as a country more forward-thinking than (for example) England – with respect to green issues and social and political matters, and I appreciate these aspects of life, now that I live here. Please, please Germany, let homeschooling and unschooling enrich your education portfolio!

    Jonathan Lever am .
  12. Freilerner sein bedeutet manches zu Hause in der Familie zu machen, aber noch viel mehr bedeutet es mit ganz vielen anderen Aktivitäten beschäftigt zu sein. Museen anzuschauen, im Chor mit zu singen, Reisen zu unternehmen, Freunde zu besuchen oder von ihnen besucht zu werden, in der Natuschutzjugendgruppe aktiv zu sein, Projekte mit anderen Menschen zu unternehmen, an Camps teil zu nehmen, sich intensiv mit dem zu beschäftigen, was einen wirklich interessiert, nicht alles zu können, aber es in einigem zur Meisterschaft zu bringen, ……..
    Das Projekt “Ein Leben lang lernen in Freiheit – Aufbau eines Bidlungsnetzwerks” wird hier bei Ideen, Initiative, Zukunft von dm-drogeriemarkt und UNESCO vor gestellt: http://www.ideen-initiative-zukunft.de/projekt/anzeigen/23715

    Christiane Ludwig-Wolf am .
  13. Es wäre mit etwas mehr Freiheit so viel möglich und manche schwierigen Situationen könnten ganz anders gelöst werden. So kannt eich einen Jugnen, der hatte große Schwierigkeiten in der Schule und war dort sehr unglücklich. Er blieb zu Hause, schaute sich in der Nachbarschaft um, half bei einem Tischler mit und manches mehr. Nach einem Jahr wollte er wieder zur Schule gehen und fand auch eine, in der er sich wohl fühlte. Er brauchte einfach diese Auszeit für sich und konnte danach als ganz anderer Mensch mit seiner ganzen Energie an der Schule teilhaben und sich einbringen.
    Es geht darum Alternativen zu haben und für die jeweilige Situation die bestmögliche Lösung zu finden.

    Christiane Ludwig-Wolf am .
  14. Wir reden viel von Solidarität, zwingen in Sachen Versicherung die Selbständigen zurück in die Bürgerversicherung, aber in der Schule machen wir das Gegenteil? Ich sehe die Gefahr einer zunehmenden Des-Integratoin der Gesellschaft, wenn die Klugen & Reichen in Kinder von der Schule nehmen. Ich weiß, dass auch meine hochbegabte Tochter im Regelschulsystem nicht optimal gefördert wird, aber sie lernt dort andere wichtige Dinge. Z.B. einen unbefangenen Umgang mit Kindern aus Migrantenfamilien, den ich nie gelernt habe. Ich glaube sofort, dass Stuien aus dem Ausland zeigen, dass Homeschooling funktioniert, sehe aber auch, dass Gesellschaften wir Frankreich oder England dramatisch tiefer zerrissen sind als die deutsche und möchte vermeiden, dass wir es so weit treiben.

    Dirk am .
    • Die meisten Freilerner-Familien, die ich kenne, haben nicht viel Geld. Und da geht es auch nicht um Abgrenzung von anderen Bevölkerungsteilen, sondern um unterschiedliche pädagogische Vorstellungen. Mir ging es in der Schule nicht gut und so bin ich von der 2. bis zur 9. Klasse nicht mehr zur Schule gegangen, sondern bin in meinem Lernen von meinen Eltern unterstützt worden. Wir hatten keinen Unterricht gemacht und meine Brüder haben trotzdem Lesen und schreiben gelernt. Den ganzen Druck und Zwang, der an den Schulen ausgeübt wird, habe ich als völlig überflüssig erlebt.
      Ganz aktuell waren meine jüngsten Brüder bei einem Zirkusprojekt, bei dem Kinder über die Sommerferien eine Vorstellung ein proben. Da waren auch Kinder mit Migrationshintergrund dabei. Ansonsten sind sie regelmäßig in der Naturschutzjugend (NaJu) und in der Kinderkirche. Und bei den Freilernertreffen gibt es mehrere zweisprachige Familien. Meine Familie ist in der Gesellschaft integriert und dabei sehr engagiert.

      In England und Frankreich sind es immer noch sehr wenige Familien, die Home- oder Unschooling machen. Ich glaube nicht, dass die Unruhen in London oder Paris dadurch begünstigt wurden. Ich halte es aber für möglich, dass da fehlende persönliche Bindungen eine Rolle spielen und gerade ein unpersönliches institutionelles Schulsystem mit verantwortlich ist.

      Immanuel am .
  15. Zwei meiner drei Kinder hatten massive Schwierigkeiten in der Schule, sie waren gebeutelt von den vielen Veränderungen und hatten keine Bezugsperson. Meine Tochter bat mich zuhause lernen zu dürfen. Viele Sorgen, Fragen, Wege später sind wir nach Österreich ausgewandert, wo das möglich ist.
    Gerne würde ich meine Kinder auch in Deutschland zuhause lernen lassen ! Sie können jederzeit wieder in die Schule, aber die Auszeit tut ihnen gut !
    Das Schulsystem hat nicht die Qualität, dass ich meine Kinder dort gut aufgehoben sehe. Die Zahlen und Fakten der Nöte wie Krankheiten, Analphabeten, Mobbing usw. sprechen für sich.
    Ich habe nicht das Recht meine Kinder in eine Schule zu zwingen – und sonst auch kein anderer Mensch !
    Ich wünsche mir für uns Eltern und unsere Kinder, dass wir unsere Bildungswege frei wählen können- viele würden wieder gerne in eine Schule gehen – Schüler, weil sie in gute Schulen gehen dürfen und Lehrer weil sie motivierte Schüler hätten !
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder ohne Druck, in guten Beziehungen so schnell und gut lernen, dass dies kein Lehrplan fassen kann !
    Freilernende Kinder und auch wir Eltern lernen eigenverantwortliches Denken und Handeln, weil es uns nicht vorgesetzt wird und weil wir im richtigen Leben stehen, nicht in der Paralellwelt Schule.
    Wir brauchen uns nicht mit der künstlichen Angst und dem Druck des Vergleichens beschäftigen, sondern können an unseren eigenen Themen arbeiten.
    Und wir wissen heute so viel durch Forschung und Erfahrung – warum handeln die verantwortlichen Menschen nicht ? Vielleicht weil sie aus dem alten System kommen ?
    Bitte gebt der Bildung und den engagierten Menschen Freiheit, damit sich das entwickeln kann was wir und unsere Kinder für unsere Zukunft brauchen ! DANKE !

    Jael Küstner am .